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"drei mal 5 minuten"

interviewsPosted by marvamk Thu, January 31, 2013 15:49:44

Für sein sehr hübsches Buch "Drei mal 5 Minuten" machte Stefan Kirste einige Interviews mit MMA-Sportlern . Darunter Ismael Cetinkaya, Ulf Fitzmann Ulrike Krol und vielen anderen Sportlern , Promotern und Trainern. Unter anderem mit mir.



Da ich ein unglaubliches Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom habe und finde, dass auch meine eigenen , total absurden Gedanken zu diesem Sport unbedingt ins Netz sollten, klebe ich dieses mal hier ins Blog. (ausserdem sind meine anderen Beiträge immernoch nicht fertig X-O)



Der Autor hat irgendwie meine dreistündige Sabbelorgie
mit den diversen "wenn-abb-dann-könnte-war-würde-auch-eventuell-zusätzlich-scherz-doppeldeut-abmilder-übertreib-Sprüchen"
in diese Stenographierten Antworten umgewandelt,
ohne den Inhalt zu verfälschen. Ein Künstler! ;-)



ok, los gehts.
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Marva Harald Kuebler (46)

Als Künstler ist Marva mit seinen Arbeiten in verschieden Bereichen tätig. In den 90er Jahren beschäftigte er sich intensiv mit virtueller Realität. Als Synästhetik-Künstler (Kunstverein Synlabor) hatte er unzählige Auftritte in Live Performances. Mittlerweile hat sich seine Kunst weg von der Performance-Kunst, hin zum physisch erfahrbaren Bereich (Transformierung von Alltagsgegenständen) entwickelt. Nebenbei arbeitet Marva auch als Trainer. Seinen ersten MMA-Kampf hatte er im Alter von 43 Jahren. Insgesamt bestritt er

bisher 8 MMA-Kämpfe.

Kannst du mir erzählen, wie du zum MMA gekommen bist?

Als Kind war ich immer der Kleinste, hatte aber ein anscheinend ein großes Maul. Ich habe mich häufig geprügelt. Das war normal in der Gegend, aus der ich herkomme – einer Arbeitersiedlung. Irgendwann hat mich meine Mutter zum Judo geschickt. Dort wollten immer alle mit mir Würfe üben weil ich so schön leicht war und ich wurde jede Trainingsstunde permanent auf den Boden gedonnert. Später habe ich Wushu gemacht.

In meiner Jugend habe ich eine Zeitlang in besetzten Häusern gewohnt. Die wurden regelmäßig von Nazis angegriffen. Eine Künstlergruppe hatte damals, Anfang der 90er Jahre, das Tacheles besetzt.Ich bin zur Unterstützung meiner Künstlerfreunde von Tacheles, Rammtheater und Stuttgarter Hof und in ein besetztes Haus nebenan eingezogen

Es war also immer aktuell, dass ich mich verteidigen musste. Witzigerweise habe ich später durch einen Nazi das erste Mal von MMA gehört. Ich fand das anfänglich total bescheuert. Doch Irgendwann wollte ich das auch mal ausprobieren.

Das ich überhaupt kämpfe, ist also eher ein Zufall. Beim Kampfsport und im Kampf fällt der Alltag komplett von mir ab. Das genieße ich. Da übernimmt die Schönheit der Situation, die absolute Existenz in diesem Moment. In meinen Augen ist Kämpfen eine sehr direkte Art der Kommunikation. Wir nehmen auch Rücksicht auf einander. Ich könnte nie mit jemandem Vollkontakt kämpfen oder trainieren, der nicht gewohnt ist, Rücksicht auf den anderen zu nehmen. Viele Menschen verstecken sich hinter Machtpositionen. Das kannst du in dem Moment nicht. Du bist direkt dafür verantwortlich, was du tust.

War diese direkte Kommunikation der Grund für dich, mit MMA zu beginnen?

Das ist allgemein bei Kampfsport so. Ich habe bewusst Vollkontakt gesagt. Je mehr Kontakt du beim Kampfsport hast, umso weniger virtuell wird das. Wenn dich jemanden physisch zur Aufgabe bringt, ist das ein direkteres Gefühl. Alles was Vollkontakt ist, beschert dir dieses direkte Bio-Feed-Back. Je mehr du davon im Training hast, umso eher erkennst du deine Grenze, oder du gehst über diese Grenze. Aber die Grenze ist in mir.

Es ist nicht der Gegner. Er hilft mir nur, meine eigene Grenze zu finden. Dadurch ist es für mich sehr pädagogisch. Was sich heute teilweise die Jugendlichen für Ansagen verpassen, währe in meiner Jugend nie möglich und sehr ungesund gewesen. Bei MMA ist es so ähnlich. Das klingt ein bisschen nach Sandkasten. Aber ich finde, dass bestimmte pädagogische Elemente aus dem Sandkasten bei uns kulturell etwas vermurkst wurden.

Natürlich kann man nicht überall mit Menschen auf Sandkastenniveau kommunizieren. Es ist traurig, wenn man auf Sandkastenniveau stehen bleibt. Aber manchmal ist es auch für erwachsene Menschen total wertvoll, zurück in den Sandkasten zu gehen. Das finde ich auch künstlerisch sehr interessant.

Wie wirkt sich der Sport auf deine Kunst aus?

Intellektualisierte Kunst wurde mir irgendwann zu elitär. Elite definiert sich letztendlich über Geld und über Zuwendungen. Wenn du an Geld und Zuwendungen gelangst, kommst du an Verbreitung. Diese Bedeutungsökonomie fand ich nicht gut und sie entsprach auch nicht meinem Inneren. Daher habe ich die Sehnsucht gehabt, etwas zu machen, was für alle Menschen gleich zugänglich ist, aber nicht intellektuell zugänglich, sondern physisch erfahrbar.


Du sprachst gerade von Grenzen. Welche Grenzen wurden dir durch MMA

aufgezeigt?

Die inneren Grenzen. Der innere Schweinehund zum Beispiel, aber auch die Schmerzen und die Angst. Ich habe schon Angst, beim Konditionstraining die Treppe hoch zu rennen. Du rennst, bis dir fast schwarz vor Augen wird, damit sich dein Körper an die Belastung gewöhnt.

Bei Wettkämpfen habe ich witzigerweise nicht vor vielen Leuten in meiner Gewichtsklasse Angst. Wenn ich merke, dass jemand im Kampf besser ist als ich, habe ich Hochachtung davor. Das finde ich super.

Wie fühlst du während deiner Kämpfe?

Ich habe mal eine Hausarbeit darüber geschrieben, wie Menschen sich vor dem Kampf fühlen. Das ist sehr individuell. Bei mir ist es meistens Aufregung und Vorfreude. Die Angst ist nicht so groß. Ich baue keine emotionalen Feindschaften auf. Das machen kaum Leute, die ich interviewt habe. Ich bin fast freundlich und freue mich darauf, mir mit einem super Typen auf die Fresse zu hauen. Ich schraube im Kampf die Aggression erst mit dem Gegner hoch. Wenn er aggressiv ist, neige ich dazu meine Hörner zu zeigen.

Wenn mein Blut anfängt zu laufen, merke ich, dass ich jetzt ernsthafter an die Sache rangehen muss. Vorher ist es eher spielerisch. Dieses Spiel macht Spaß. Submission ist ein guter Ausdruck dafür. Er versucht mich mit seinen Hörnern zu unterwerfen. Und ich versuche, ihn in diesem Spiel zu unterwerfen. Dadurch wird das Spiel interessant und bekommt diese Intensität.

Deine Hörner würden also nicht von alleine zum Vorschein kommen?

Vorher gehe ich auf Nummer sicher und bin sehr vorsichtig. Wenn ich merke, dass mein Gegner etwas macht, was mir zu gefährlich wird, um es zu verteidigen, dann gebe ich lieber auf. Er muss provozieren, dass die Hörner hervorkommen. Ich muss mich oft vor

dem Kampf motivieren, damit ich nicht zu larifari in den Kampf gehe. Sich einzubilden, man wäre so toll, ist auch eine Grenze. Du kannst von jedem Anfänger mit einem Lucky Punch erledigt werden. An dieser Grenze fängt das Ego an. Das Ego ist immer eine verführerische Größe. Deshalb ist das Kämpfen für mich sehr bildend. Ich werde wieder zurück auf den Boden geholt. Die Vorstellung von einem Selbst wird oft von außen definiert. Wenn man erfolgreich ist, klopfen dir alle auf die Schulter und du denkst, du bist total gut. Das so nahe an sich rankommen zu lassen, ist aber eine extreme Dummheit. Das kann man bei Leuten beobachten, die zum ersten Mal Erfolg haben. Sie machen dann häufig Dummheiten, die man besser nicht macht – gerade mit anderen Menschen. Das zu sehen ist traurig.

So ein Kampf kann einem helfen, in diesem Punkt an sich zu arbeiten. Eine Niederlage im Kampf ist eine direkte, plakative Niederlage. Das zeigt einem wieder, dass man nicht Superman ist. Das ist gut zu spüren.

Was empfindest du, wenn dich jemand im Kampf dominiert?

Wenn jemand mich total dominiert: Respekt.

Da funkt nicht das Ego dazwischen?

Nein, das ist Begeisterung für den Sport. Ich benutze mein Ego, um mich anzustrengen und das Beste zu leisten. Wenn mein Gegner aber besser ist als ich, ist das super. Dann habe ich Respekt. Es ist Respekt einflößend, körperlich zu merken, dass der andere dich mit bloßen Händen töten könnte. Wenn Leute sich dann aber wie Arschlöcher verhalten, will man natürlich auch so gut werden, um es ihm zu zeigen. Das habe ich aber noch nicht erlebt. Da würde mein Ego dann sagen: »Ich lasse mich nicht von einem Arschloch submitten.« Mein Verstand weiß natürlich, es gibt trotzdem Arschlöcher, die besser sind als ich.

Wie ist es zu merken, dass du jemanden dominieren kannst?

Dann zeige ich das demjenigen gut dosiert. Es kommt allerdings natürlich sehr darauf an, wen ich dominiere. Wenn ich mir etwas darauf einbilde, dass ich Schwächere dominieren kann, bin ich ein Idiot. Dominiere ich aber Leute, bei denen ich es vorher nicht geschafft habe, merke ich, dass ich einen technischen Fortschritt gemacht habe. Das ist befriedigend.

Ich mache aber nicht mehr, als ich mache muss. Merke ich jedoch, mein Gegner macht unfaire oder verboten Techniken, nur um mir Schmerzen zuzufügen, dann mache ich auch mal einen Schlag mehr, als unbedingt notwendig wäre. Das ist mir aber noch nicht passiert. Ich sehe das ab und zu. Das ist aber niveaulos und ehrlos.

Wenn jemand eine Technik macht, die mich in Bedrängnis bringt, kämpfe ich engagierter, damit er Respekt vor mir bekommt. Da ist auch eine Egokomponente enthalten. Ich versuche ja immer meine Emotionen zu befragen. Ich kann also erkennen, dass in der Motivation meinen Gegner dann zu schlagen, auch eine Rachekomponente enthalten ist. Aus meiner Sicht ist das aber noch in normale Grenzen eingebettet.

Bleiben solche Emotionen im Oktagon, oder nimmst du die aus dem Kampf mit

heraus?

Wenn sich jemand wirklich schlecht verhalten würde, würde ich ihn auch außerhalb des Kampfes für einen Idioten halten.

Wie beeinflusst dich diese Körpererfahrung in anderen Lebensbereichen?

Es beeinflusst mein Körpergefühl. Sich mit einem anderen Körper balanciert zu bewegen ist fast ein erotischer Einfluss. Man hat viel mehr Gefühl, was man mit dem anderen macht. Kann ich jedem nur empfehlen.

Ich habe mich in den vergangen Jahren zunehmend für körperlich erfahrbare Kultur interessiert. Daher ist der Kampfsport eher noch eine Fortführung dessen.

Möglicherweise mache ich demnächst mal ein Kunstprojekt, welches Training, Grenzerfahrungen, Spiel und Kultur verbindet. Körperlichkeit hat auch eine psychische, eine erotische Komponente. Gerade mit Dominanz und Unterwerfung wir ja in der Erotik häufig gespielt, auch wenn es von den Leuten vielleicht nicht so begriffen wird. Wie gesagt, Kämpfen ist eine Art der Kommunikation und auch eine Form der Erotik. Einige würde schreiend aus dem Zimmer rennen, weil sie sich davon distanzieren. Ich sehe das aber so und finde das auch nicht schlimm. Die Bereiche des Lebens sind ja miteinander verzahnt.

Ich habe mit meinem Vater immer gerauft. Das war eine Form von Zärtlichkeit.

Genauso ist es, wenn ich einem Anfänger, der nicht weiß, was er machen soll, zeige, wie er mich besiegt. Ich ermächtige ihn, indem ich ihm zeige, wie er stärker und besser wird.

Wie reagieren Leute, wenn sie erfahren, dass du MMA betreibst?

Die meisten sehen Kampfsport erst einmal als Gewalt. Ich habe ganz unterschiedlich Erfahrungen damit gemacht, wie sich Leute Gewalt stellen. Die Meinungen sind zweigeteilt.

Der Großteil hat sich zuerst davon distanziert, obwohl sich das in letzter Zeit in bisschen geändert hat. Die Mutter meines großen Sohnes meinte, ich bin verrückt. Aber die Leute aus meinem Umfeld wissen ja ohnehin, dass ich verrückt bin.( lacht) Viele Dinge, die ich richtig und interessant finde, machen andere noch nicht. Ich suche mir dann immer jemanden, den das auch interessiert. Oder ich fange alleine damit an. Im Nachhinein können es andere Leute nachvollziehen und finden das dann doch nicht mehr so bescheuert. Ich muss ihnen jetzt nur noch ausreden, dass MMA eine wilde Klopperei ist.

Vielen Leuten, die ihre körperliche Seite nicht ausleben können, fehlt ein Ventil. Wir sind nicht nur intellektuelle Wesen. Wir sind auch physische Wesen. Man muss sich auch physisch abreagieren können und dürfen.

Also ist MMA für dich keine Gewalt?

Gewalt ist Kommunikation. Aus 5 Kilometern Höhe Streubomben zu werfen ist auch Kommunikation. Es heißt: »Ich bin stärker. Ich scheiße auf deine Meinung, deine Argument, deine Religion, dein Leben. Ich will gewinnen.« Das ist Gewalt, aber auch Kommunikation. Die Art, wie Gewalt ausgeübt wird, ist Kommunikation. Pfefferspray auf Leute zu sprühen ist auch Kommunikation, nämlich: »Du hast nichts zu sagen.« Wenn Schäuble sagt, dass Blogger im Internet nicht mehr über alles schreiben dürfen, ist das auch Kommunikation.

Ist das auch Gewalt?

Ja, das ist auch Gewalt. Viele Leute wollen nicht unterscheiden. Aber nicht reflektieren zu wollen ist ja auch Kommunikation. Die Leute, die am schönsten über das friedlich sein reden, profitieren häufig am meisten von delegierter Gewalt. Der Druck wird ständig nach unten weitergegeben. Da nehme ich mich nicht aus. Es ist eine Struktur der Herrschaft. Wenn solche Gesellschaften dann behaupten, sie seien nicht gewalttätig, ist das für mich der reine Hohn. Das ist völlig unreflektiert. Die verleugnen ihre eigene Aggressivität.

Ein Kampf ist demnach ehrlicher?

Ja, er ist aufrichtiger. Und er ist von beiden verabredet. Es ist ein Test unserer körperlichen und technischen Fähigkeiten. Es ist auch ein Freilassen von Emotionen. Ich öffne mich. Wenn man seine Wut rauslassen kann, ist das ein Öffnen. Andere wiederum freuen sich und haben einen emotionalen Ausbruch, wenn sie einen Kampf gewonnen haben. Sie weinen dann. Das ist kein böser Kampf, das ist eine geschenkte Lebenssituation. Das ist eine nach Regeln strukturierte Situation. Aber für manche Leute ist das langweilig. Die stellen das anders dar und wollen die härtesten sein. Die wollen dieses Brutalo-Image.

Hast du durch den Sport schon mal deine Grenzen überschritten?

Ganz banal, wenn ich keine Lust auf das Training habe, weil mir alles weh tut. Immer, wenn ich nicht mehr kann, trotzdem weiter zu machen. Da bin ich immer am Grenzen überschreiten. Eine spirituelle Grenze hatte ich noch nicht.

Du bist beim Kämpfen noch nie an eine psychische Grenze gestoßen?

Ich habe völlig ohne Geld in besetzten Häuern gewohnt. Als meine Tochter geboren wurde habe ich in einem Bauwagen gewohnt und trotzdem versucht, meine Kunst weiter zu machen. Da war das meiste wesentlich mühsamer. Und ich habe immer Sachen gemacht, die erst Jahre später akzeptiert wurden. Da waren viele psychische Grenzen dabei. Dagegen ist das Kämpfen echte Entspannung

Welche Rolle spielt Kontrolle für dich?

Mein Gegner möchte mich kontrollieren und ich ihn. Im Bezug auf Selbstkontrolle müsste mich jemand emotional aus dem Gleichgewicht bringen. Das ist mir beim Kämpfen noch nicht passiert. Ich übertrage häufig die mentalen und physischen Abläufe beim Kämpfen auf das wirkliche Leben. Das Kämpfen selbst ist für mich Entspannung. Das Leben ist manchmal ein bisschen frustrierend. Wenn mich jemand im Kampf mit einer Technik erwischt, die ich noch nicht kannte, dann freue ich mich. Ich versuche dann zu analysieren, wie er das geschafft hat, mich zu täuschen.

Welche Motivation stand dahinter. Wenn mich jemand tritt, hat er die Intention mich zu treffen. Wenn ich aber sein Bein fange, habe ich die Intention gehabt, mir etwas zu greifen, was er mir bietet. Überlistet er mich und macht etwas anderes, hat er mich getäuscht. Das ist interessant: wie hat er das gemacht?..

So übertrage ich das Kämpfen auf das restliche Leben.

Hast manchmal Angst bei Kämpfen zu versagen?

Ich kämpfe in erster Linie für meinen Verein. Dort lerne ich viel und ich werde gut behandelt. Mein Trainer Frank Burczynski ist mit totaler Hingabe dabei. Wenn er mich zu einem Turnier schickt, muss ich zu mindeste beweisen, dass ich sein Schüler bin. Ich kämpfe für mich, aber ich repräsentiere natürlich auch meinen Verein. Angst zu versagen habe ich nicht. Kämpfen ist für mich Spaß. Wobei soll ich da versagen – mich zu amüsieren? Das passiert höchstens, wenn ich Dinge zu ernst nehme. Bei der meiner Kunst ist das manchmal der Fall.

Kommt da der eigene Anspruch mit ins Spiel?

Ja, ich muss dann unbedingt Details in meine Performances einbauen, die außer mir niemanden interessieren. Aber wahrscheinlich ist das genau das, was ich beim Sport gut ausleben kann. Energien fließen durch mich durch, die ich nirgendwo hingeben kann.

Aber wenn ein da Gegner ist, darf ich meine Energie ausleben. Das ist ja auch der Grund, warum Kinder Unsinn treiben. Die haben überflüssige Energie und müssen sie loswerden.

Die wollen ihre Grenzen finden. Wenn man ihnen dann im Sport zeigt, dass es erlaubt ist, Energie zu haben, erkennen sie, dass sie kein misslungenes Geschöpf sind, weil sie zuviel Energie haben. In unserer Kultur wird das ja leider häufig so gesehen. Im Sport bekommen sie aber Anerkennung für diese Energie. Plötzlich hat sie einen Sinn. Dabei geht es gar nicht um die Anerkennung.

Es geht um die Energie.

www.marva.de





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